Sektion92018-12-20T11:57:22+00:00
SEKTION
IX

Öffentliche Gesundheit, Lebensmittel-, Medizin- und Veterinärrecht

Nicht übertragbare Erkrankungen, psychische Gesundheit und Altersmedizin, Gesundheitsberichterstattung in Österreich

Neben den in Österreich auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene erstellten Gesundheitsberichten gibt es Berichte für einzelne Bevölkerungsgruppen (z. B. Frauengesundheits-, Männergesundheits-, Kindergesundheitsbericht) oder für bestimmte Sektoren (z. B. Bericht zur onkologischen und palliativmedizinischen Versorgung in Tirol). Da diese Berichte von verschiedenen Institutionen bzw. Autorinnen und Autoren erstellt werden, ist eine überregionale und methodische Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit nicht immer gewährleistet. Die in der Gesundheitsberichterstattung (GBE) auf Bundes- und Landesebene aktive Gesundheit Österreich GmbH, Geschäftsbereich Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen (GÖG/ÖBIG) hat unter Hinweis auf die internationalen Vorgaben von WHO und EU den Bedarf nach Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit wiederholt thematisiert. Zur Etablierung der GBE als kontinuierlichen, politikrelevanten Prozess wurde die „Plattform Gesundheitsberichterstattung“ gegründet. Zu den zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen werden Vertreterinnen und Vertreter des BMASGK aller neun Bundesländer sowie des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger eingeladen.

Öffentliche Gesundheit und Humanmedizinrecht

Die Gruppe IX/A beschäftigt sich mit Berufsrechtsangelegenheiten der Gesundheitsberufe, mit Rechtsangelegenheiten des Gesundheitswesens zur Sicherstellung der Versorgung und der Patientinnen- und Patientensicherheit sowie mit Angelegenheiten der Kranken- und Unfallversicherung. Die Belange des Berufsrechts umfassen legistische, rechtliche sowie administrative Aufgaben; darunter fallen u. a. das Ärzterecht, die Regelungen zur Psychotherapie, klinischen Psychologie, Gesundheitspsychologie und Musiktherapie, weiters die berufsrechtlichen Regelungen betreffend Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Pflegeberufe sowie übrige Gesundheitsberufe wie Hebammen oder Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Mitumfasst sind auch die Pharmazeutische Gehaltskasse sowie die Kammergesetze und allenfalls die Wahrnehmung der gesetzlich gebotenen Aufsichtstätigkeit. Liegt keine Kammerorganisation vor, so obliegt den Fachabteilungen das Beschwerdemanagement samt Führung der öffentlichen Listen der genannten Berufsgruppen. Einen großen Raum nehmen auch die Berufsanerkennungsverfahren sowie die rechtlichen Angelegenheiten der Fortpflanzungsmedizin (einschließlich IVF-Fonds) ein.

Wussten Sie, dass der IVF-Fonds (IVF = In-vitro-Fertilisation) im Jahr 2017 nicht weniger als 10.216 Versuche mitfinanziert hat?

Zur Sicherstellung der Versorgung sowie der Patientinnen- und Patientensicherheit sind die gesetzlichen Vorgaben zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, zur Bäderhygiene einschließlich Badegewässern, zu Arzneimitteln und Medizinprodukten, zum Apothekenwesen und zur Rezeptpflicht, zu Organtransplantationen, Blut- und Gewebesicherheit sowie zum Krankenanstaltenwesen und schließlich zu den Patientinnen- und Patientenrechten (z. B. Patientenverfügung) ständig weiterzuentwickeln.

Der Gruppe IX/A obliegen von der Beantwortung von Bürgerinnen- und Bürgeranfragen bis zur Lösung komplexer Rechtsfragen und Durchführung diverser Genehmigungsverfahren auch die legistischen und administrativen Angelegenheiten der Kranken- und Unfallversicherungsträger. Darüber hinaus sind die Aufsichtstätigkeit und der Prüfdienst essenzielle Bestandteile des Aufgabenspektrums. Zahlreiche Novellierungen der Sozialversicherungsgesetze zeigen die dynamische und sozialpolitische Relevanz in diesem Bereich.

Wussten Sie, dass sich die Summe der Versicherungsleistungen in der sozialen Krankenversicherung im Jahr 2017 auf 17,43 Mrd. € belief?

Öffentlicher Gesundheitsdienst, Antibiotikaresistenz, Krankenhaushygiene, Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen

Das Gesundheitsressort stellt sich der Herausforderung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) sowie Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen (HAI, healthcare-associated infections) und hat bereits zahlreiche wichtige Aktionen gesetzt:

  • Österreich nimmt an der WHO-Kampagne zur Händehygiene „Clean care is safer care“ teil, hat die Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben und führt nationale Konferenzen zum Internationalen Tag der Händehygiene durch.
  • Im Rahmen der Nationalen Initiative zur Eindämmung der Resistenz gegen antimikrobielle Substanzen (NI-AMR) wurden die wichtigsten Fragestellungen bearbeitet und die Ergebnisse im Jahr 2013 im humanmedizinischen Teil des Nationalen Aktionsplans zur Antibiotikaresistenz (NAP-AMR) für den Bereich Humanmedizin dargestellt. Der österreichische NAP-AMR ist auf der Website des Ressorts abrufbar und reflektiert die europa- und weltweiten Vorgaben zu einem bewussten Umgang mit Antibiotika. Das Ziel ist die nachhaltige Verminderung der Entstehung und Ausbreitung von antimikrobiellen Resistenzen (AMR) sowie die Förderung der Qualität von antimikrobiellen Therapien.
  • Der großen Bedeutung der Überwachung von HAI und AMR wurde bereits in der Patientinnen- und Patientensicherheitsstrategie des Ressorts sowie im Bundeszielsteuerungsvertrag der Periode 2013–2016 Rechnung getragen.
  • Seit dem Jahr 2015 wird jährlich ein HAI-Bericht in Österreich veröffentlicht, der sich auf freiwillige Meldungen von Krankenanstalten stützt.

Gesundheitsförderung und Prävention

Mit den 10 Gesundheitszielen (www.gesundheitsziele-oesterreich.at) und der Gesundheitsförderungsstrategie (Stärkung der zielgerichteten, abgestimmten Gesundheitsförderung und Primärprävention) soll die Lebensqualität aller in Österreich lebenden Menschen verbessert sowie die Zahl der gesunden Lebensjahre für ein längeres, selbstbestimmtes Leben nachhaltig erhöht werden. Zu diesem Zweck werden in enger Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Politik- und Gesellschaftsbereichen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen und gemeinsame Maßnahmen umgesetzt. Ein wichtiges Gesundheitsziel und Eckpunkt der Gesundheitsreform ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz, für die gute Kommunikation ein wesentlicher Motor ist. Dieser Tatsache entsprechend fokussiert die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) auf die Schwerpunkte „Gute Gesundheitsinformation Österreich“, „Gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem“ sowie „Rahmenbedingungen in Organisationen und Settings“ (www.oepgk.at).

Aus Vorsorgemitteln, die eine österreichweite, koordinierte und qualitätsgesicherte Umsetzung von überregionalen Gesundheitsförderungs- und Vorsorgemaßnahmen ermöglichen, wurden u. a. Projekte zum Thema „Ernährung und gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen“ finanziert (www.bmgf.gv.at). „Frühe Hilfen“ (www.fruehehilfen.at) ist ein Gesamtkonzept der Gesundheitsförderung und umfasst die Begleitung von Eltern und Kindern ab der Schwangerschaft mit dem Ziel, Kindern gleiche Startchancen zu ermöglichen und ihre gesunden Lebensjahre zu erhöhen.

Die Ziele des auf der WHO-Ottawa-Charta basierenden österreichischen Gesundheitsförderungsgesetzes, das heuer sein 20-Jahre-Jubiläum feiert, sind die Erhaltung, Förderung und Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung im ganzheitlichen Sinne. Mit dessen Umsetzung wurde der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) (www.fgoe.or) betraut, die nationale Kompetenz- und Förderstelle für Gesundheitsförderung und Primärprävention. Die GIVE Servicestelle (www.give.or.at) ist eine Initiative von Bildungsressort, Gesundheitsressort und Österreichischem Jugendrotkreuz und unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen an Österreichs Schulen bei der Umsetzung von Maßnahmen auf dem Weg zur gesunden Schule.

Übertragbare Erkrankungen, Krisenmanagement, Seuchenbekämpfung

Zum Zweck der kontinuierlichen Überwachung des bundes- bzw. weltweiten Geschehens bzgl. übertragbarer Krankheiten und Seuchen in Echtzeit haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Abteilung Zugang zu internationalen Frühwarnsystemen der WHO und der Europäischen Kommission und nehmen regelmäßig an Übungen und Fachkonferenzen teil. So wird sichergestellt, dass jederzeit auf Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit im Land rechtzeitig und international abgestimmt reagiert werden kann. Des Weiteren erfolgt national in Kooperation mit Referenzzentren und -laboratorien eine engmaschige Kontrolle meldepflichtiger Infektionskrankheiten. Im überregionalen Ausbruchsfall obliegt der Abteilung die bundesweite Koordination des Krisenmanagements.

Mutter-, Kind- und Gendergesundheit, Ernährung

Ernährung ist ein wichtiger Baustein von Gesundheit und Wohlbefinden. Um der österreichischen Bevölkerung die gesündere Wahl zur leichteren zu machen, werden wissenschaftlich fundierte Informationsmaterialien kostenlos zur Verfügung gestellt und zahlreiche Maßnahmen durchgeführt. Da der Außer-Haus-Verzehr von Mahlzeiten schon bei Kindern an Bedeutung gewinnt, steht hierbei besonders die Gemeinschaftsverpflegung für Kinder im Fokus.

Die frühkindliche Ernährung (inklusive Stillen) liefert u. a. in der Adipositas-Prävention einen wichtigen Beitrag zur Kindergesundheit. Darum führt die AGES in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien im Auftrag des BMASGK die „Studie zum Stillverhalten und zur Kinderernährung in Österreich“ (Sukie, 2018/19) durch, mit der die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen zur Stillförderung überprüft sowie die wissenschaftlichen Grundlagen für zukünftige Verbesserungen im Bereich Kinderernährung und Kindergesundheit geschaffen werden sollen. Die Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen des Mutter-Kind-Pass-Programms tragen bestmöglich zur gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kinder bis zum 6. Lebensjahr bei. Gemäß Regierungsprogramm ist hier eine Ausweitung auf höhere Altersgruppen vorgesehen.

Ziel des Aktionsplans Frauengesundheit ist die österreichweite Umsetzung einer chancengerechten und frauenspezifischen Gesundheitsförderung und -prävention. Zur strukturellen Verankerung wurden in den Bundesländern Focal Points (d. h. von Landesrätinnen und -räten für Frauen und Gesundheit nominierte Frauengesundheitsexpertinnen und -experten) implementiert; sie sollen die regionalen Aktivitäten zur Frauengesundheit in den Bundesländern umsetzen und stehen als lebendiges Instrumentarium für die gesamtösterreichische Umsetzung des Aktionsplans zur Verfügung, der an die WHO-Ziele der „Strategy on women’s health.and well-being in the WHO European Region“ (2016) anknüpft und 17 Wirkungsziele sowie 40 konkrete lebensphasenbezogene und altersübergreifend orientierte Maßnahmen umfasst.

Vom Gesundheitsbericht zur Strategie

Gesundheitsberichte dienen neben der übersichtlichen Aufbereitung epidemiologischer Daten als Grundlage zur Planung und Strategieentwicklung. Ausgangsbasis für die Entwicklung der Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ war der in enger Zusammenarbeit mit den damaligen Gesundheits- und Sozialministerien erarbeitete Österreichische Demenzbericht 2014. Ein weiteres Beispiel ist die nationale Suizidpräventionsstrategie (SUPRA), deren Umsetzungskonzept auf Basis des im Jahr 2012 präsentierten Suizidpräventionsprogramms erarbeitet wurde. Der Österreichische Diabetesbericht 2013 ermöglichte eine bundesweite epidemiologisch gesicherte Gesamteinschätzung der Diabetes-Situation; darauf aufbauend wurde die Österreichische Diabetes-Strategie (ÖDIS) entwickelt.

Die Trends der Entwicklung von Krebserkrankungen in Österreich ergänzen das nationale Krebsrahmenprogramm (2014) mit Zahlen zur Datenlage. Seit Anfang 2018 liegt die Prognose der Krebsprävalenz in Österreich bis zum Jahr 2030 vor (beide epidemiologischen Berichte wurden von der Statistik Austria im Auftrag des BMASGK erstellt). Die vorliegenden Zahlen sollen helfen, die notwendigen Ressourcen für Screening, Diagnose, Therapie und Palliativmedizin zu ermitteln und optimal einzusetzen.

Die seit dem Jahr 2009 publizierte Nationale Strategie zur psychischen Gesundheit formuliert 10 strategische Ziele und wird inhaltlich präzisiert durch die Wirkungsziele und Maßnahmen, die im Bericht der Arbeitsgruppe zum Gesundheitsziel 9 („Psychosoziale Gesundheit bei allen Bevölkerungsgruppen fördern“) formuliert wurden. Der Nationale Aktionsplan für seltene Erkrankungen (NAP.se) wurde entwickelt, um die Situation von Betroffenen zu verbessern. Die sog. „seltenen Erkrankungen“ umfassen 6.000–8.000 unterschiedliche, meist chronische, oftmals genetisch bedingte Krankheitsbilder, die häufig mit einem schweren Verlauf einhergehen. Der Fokus liegt derzeit auf der Designation von Expertisezentren, um dauerhafte Strukturen für die medizinisch-klinische Versorgung von betroffenen Personen zu etablieren.

Angelegenheiten Drogen und Suchtmittel, neue psychoaktive Substanzen

Die Drogenpolitik umfasst v.a. die Bereiche Gesundheit, Justiz sowie Inneres und stellt somit eine große, mit einem hohen Koordinierungsaufwand einhergehende Herausforderung dar. In Zeiten eines europäischen Binnenmarktes und des World Wide Web spielen staatliche Grenzen lediglich eine untergeordnete Rolle. Eine der zentralen Aufgaben dieser Abteilung bildet daher – neben der Vorsitzführung in der ressortübergreifenden Bundesdrogenkoordination und der Vertretung in einschlägigen Gremien wie dem Bundesdrogenforum – die Vertretung gesundheitspolitischer Interessen auf EU-Ebene in der Ratsarbeitsgruppe „Horizontale Gruppe Drogen“ sowie auf Ebene der Vereinten Nationen in der „Commission on Narcotic Drugs“.

Das komplexe Aufgabengebiet umfasst sowohl fachliche und rechtliche als auch internationale Angelegenheiten betreffend Suchtmittel und neue psychoaktive Substanzen, zudem Fragen zu Missbrauch, Substanzabhängigkeit, Suchtprävention und drogenbezogene Suchthilfe, außerdem gesundheitsbezogene Maßnahmen bei Suchtgiftmissbrauch sowie Angelegenheiten der Drogenausgangsstoffe. Österreich bekennt sich im Rahmen seiner internationalen Verpflichtungen zu einer ausgewogenen und am Menschen orientierten Suchtpolitik, die zwischen Repression bei Drogenhandel einerseits und einer primär gesundheitsbezogenen Herangehensweise an das Phänomen Drogenkonsum andererseits differenziert. Aus gesundheitspolitischer Sicht wird es daher auch in Zukunft darum gehen, durch die Mitgestaltung von Rahmenbedingungen, die entsprechend breit gefächert sind und die erforderliche Flexibilität ermöglichen, präventive und gesetzliche Maßnahmen zu setzen sowie Hilfsangebote bereitzustellen, um Probleme durch Drogenkonsum sowohl für die Allgemeinheit als auch für das Individuum so gering wie möglich zu halten.

Veterinärmedizin und Veterinärwesen, Lebensmittelsicherheit

Die Gruppe IX/B beschäftigt sich mit dem vorsorgenden Schutz der Verbraucherinnen- und Verbrauchergesundheit, insb. durch sichere Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und kosmetische Mittel sowie durch ausreichende klare Informationen zur Lebensmittelqualität und Ernährung. Die Sicherstellung hoher Qualitätsstandards bzgl. Lebensmitteln stärkt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die nationalen Kontrollsysteme und sichert in weiterer Folge die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Lebensmittelwirtschaft sowie die Marktanteile heimischer Produkte national wie international.

Wussten Sie, dass der Export von heimischen Lebensmitteln tierischen Ursprungs nur mithilfe von Zertifikaten erfolgen kann, die von den Veterinärbehörden unterfertigt werden?

Die Sicherstellung eines guten Tiergesundheitsstatus sowie die Einhaltung der Tierschutzvorschriften entsprechen den ethischen Grundsätzen einer aufgeklärten Zivilgesellschaft. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist daher die Sicherstellung der Tiergesundheit und des Tierschutzes, um den Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht zu werden und den Tier- und Warenverkehr zu gewährleisten.

Wussten Sie, dass in der Europäischen Union nur Dänemark und Schweden einen vergleichbaren Tiergesundheitsstatus aufweisen wie Österreich?

Unter die gemeinsam mit den Lebensmittelinspektionen, den Landesveterinärbehörden und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wahrgenommenen Maßnahmen fallen die Mitgestaltung rechtlicher Regelungen auf EU-Ebene sowie deren Implementierung im nationalen Recht, die Aufrechterhaltung eines effizienten, mit ausreichenden Ressourcen ausgestatteten Kontrollsystems zur Einhaltung der rechtlichen Vorgaben, die Umsetzung von Tiergesundheitsüberwachungsprogrammen, die Erarbeitung von Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung von Tierseuchen sowie die Bereitstellung von Plänen und Ressourcen zu deren Abwehr bzw. Bekämpfung, die Abklärung lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche, die Informationsweitergabe und Kommunikation mit Konsumentinnen und Konsumentinnen, Unternehmen, Fachkreisen und nationalen wie internationalen Gremien sowie die Förderung des Wissenstransfers in den Bereichen Tierschutz, Tiergesundheit und Risikoforschung bei modernen Technologien (z. B. Gentechnik, Nanotechnologie).

Wussten Sie, dass der Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin zwischen 2010 und 2016 um 29 % zurückgegangen ist und dass heute im Geflügelsektor sogar um rund 50 % weniger Antibiotika eingesetzt werden als noch im Jahr 2016?

Die Abteilung IX/1 beschäftigt sich weiters mit rechtlichen, fachlichen und internationalen Angelegenheiten der Tabak- und verwandten Erzeugnisse einschließlich Abhängigkeitserkrankungen, Nichtraucherinnen- und Nichtraucherschutz sowie Prävention und Tabakkontrollmaßnahmen. In diesem Zusammenhang obliegt der Abteilung insbesondere die Legistik und Vollziehung des Tabak- sowie des Nichtraucherinnen- und Nichtraucherschutzgesetzes. Zudem ist die Abteilung für die Qualitätssicherung und Überwachung der in Österreich in Verkehr gebrachten Tabak- und verwandten Erzeugnisse zuständig. Einen wesentlichen Stellenwert nimmt die Ombudsstelle für Nichtraucherinnen- und Nichtraucherschutz als Anlauf- und Servicestelle für Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Stakeholder, NGOs etc. ein.

Wussten Sie, dass sich die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten, die direkt oder indirekt auf das Rauchen zurückzuführen sind, pro Jahr auf rund 511,5 Mio. € oder 0,23 % des BIP (2013) belaufen, davon 118,6 Mio. € aufgrund von Passivrauchexposition?

Der zweite Fokus der Abteilung liegt auf den Bereichen der nationalen und internationalen Alkoholpolitik sowie auf den Verhaltenssüchten (Spiel-, Medien- oder Kaufsucht etc.). Das Arbeitsfeld spannt sich hierbei von strategischen und rechtlichen Angelegenheiten bis hin zu fachlichen Aufgaben der Prävention, Therapie, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Umsetzung von Projekten und Kampagnen, Sicherstellung von Informations- und Beratungsangeboten, mediale Aufklärungsarbeit).

… in Österreich derzeit 78 diplomierte Kardiotechniker im Einsatz sind?
… nur in Österreich Lebensmittelunternehmen verpflichtet sind, Isolate von ausgewählten lebensmittelbedingten Krankheitserregern (Listerien und E. coli) zur Typisierung in das nationale Referenzlabor zu schicken, um die Ausbruchsabklärung zu unterstützen und allfällige neue Ausbrüche früh zu erkennen?

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz verwaltet rund 9.700 Gesundheitspsychologinnen und -psychologen sowie klinische Psychologinnen und Psychologen, 9.500 Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie 300 Musiktherapeutinnen und -therapeuten. Weiters gibt es rund 40.000 Ärztinnen und Ärzte, 5.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte, 550 Trainingstherapeutinnen und -therapeuten sowie 1.500 Hebammen.

Wussten Sie, dass österreichweit 855 Psychotherapeutinnen und -therapeuten mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der Versorgung zur Verfügung stehen?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensmittelkontrolle führen jährlich rund 48.000 Betriebskontrollen durch und veranlassen bei rund 28.000 Proben Untersuchungen und Begutachtungen. Zusätzlich werden von den Veterinärbehörden jedes Jahr rund 8.500 Betriebskontrollen in Fleischbetrieben sowie 2.500 Betriebskontrollen in Milcherzeugerbetrieben durchgeführt. Weniger als 0,5 % der gezogenen Proben sind gesundheitsschädlich, rund 3 % der Proben sind für den Verzehr ungeeignet.

Wussten Sie, dass in Österreich 92,6 % der Schweine, 68,3 % der Rinder sowie 79,4 % des heimischen Geflügels in Betrieben gehalten werden, die freiwillig am österreichischen Tiergesundheitsdienst teilnehmen und so einer standardisierten und qualitätsgesicherten tierärztlichen Betreuung unterliegen?

Circa 27 % der Österreicherinnen und Österreicher konsumieren (fast) täglich Zigaretten, bei anderen nikotinhaltigen Produkten liegt die Konsumrate bei maximal 1 %. Etwa ein Drittel hat schon einmal Wasserpfeife probiert, je ca. 16 % E-Zigaretten bzw. rauchfreie Tabakprodukte. Bis zum 15. Geburtstag haben 50 % der Jugendlichen erste Erfahrungen mit Zigaretten gemacht, bei den 16,5-Jährigen sind es bereits 75 %. Vor dem 14. Geburtstag haben 12 % erste Erfahrungen mit E-Zigaretten gemacht, mit 16,5 Jahren sind es 44 %. Im Jahr 2017 führte das Beratungsteam des Rauchfrei-Telefons insgesamt 7.616 Beratungs- und Informationsgespräche durch; insgesamt hatten 3.858 Personen Kontakt mit dem Rauchfrei-Telefon-Team.

Wussten Sie, dass Nikotin die Droge mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial ist, wenn man es danach bemisst, wie schnell Personen abhängig werden und anschließend den Ausstieg nicht mehr schaffen?

Das durchschnittliche Einstiegsalter für den Alkoholkonsum liegt bei Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren. Zwei Drittel (68 %) der österreichischen Bevölkerung berichten von einem moderaten bis mittleren Alkoholkonsum, ein knappes Fünftel (19 %) ist (fast) abstinent; 14 % konsumieren Alkohol in einem problematischen Ausmaß.

Wussten Sie, dass Alkohol jene psychoaktive Substanz ist, die in Österreich am häufigsten konsumiert wird, und dass mehr als 95 % der österreichischen Bevölkerung bereits mindestens einmal in ihrem Leben Alkohol getrunken haben?

Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Alkoholkonsum bei 11,8 Litern Reinalkohol pro Person pro Jahr (1997: 13,6 Liter). 5 % der erwachsenen Bevölkerung sind an chronischem Alkoholismus erkrankt, 10 % der Bevölkerung erkranken im Laufe des Lebens daran.

… im Jahr 2016 insgesamt 28.300 Männer und Frauen wegen Alkoholabhängigkeit in öffentlichen Krankenhäusern behandelt wurden?
… die meisten Spielerinnen bzw. Spieler Spiele mit einem geringen Suchtgefährdungspotenzial (z. B. Lotto, Rubbellose) bevorzugen?

Mehr als ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher hat in den letzten 30 Tagen an Glücksspielen bzw. Sportwetten teilgenommen.

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