Sektion82018-12-20T11:56:35+00:00
SEKTION
VIII

Gesundheitssystem

Viele Aufgaben dieser Sektion werden mit tatkräftiger Unterstützung durch externe Expertinnen und Experten wahrgenommen und sind eng mit der Geschäftsführung der Bundesgesund­heits­agentur (BGA) verbunden; dieser öffentlich-rechtliche Fonds mit eigener Rechts­persönlichkeit und eigenem Budget befasst sich mit Angelegenheiten der Gesund­heitsver­sorgung, für die der Bund allein nicht zuständig ist. In der BGA treffen Bund, Länder und Sozialversicherung unter dem Vorsitz der Bundesministerin bzw. des Bundesministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz gemeinsam und einstimmig maßgebliche Entscheidungen betreffend die Planung, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitswesens, Gesundheitsförderung und Prävention sowie e-Health und die Qualität der Versorgung.

Wussten Sie, dass im Jahr 2017 im Jahresdurchschnitt 8.677.278 Personen in der gesetzlichen Krankenversicherung anspruchsberechtigt waren und dass bereits 99,5 % aller in Österreich gemeldeten Personen eine elektronische Identität im Gesundheitswesen haben?

Im Jahr 2013 vereinbarten Bund, Länder und Sozialversicherung erstmals im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit konkrete Reformvorhaben. Ein zentraler Schwerpunkt der derzeitigen Legislaturperiode (2017–2021) ist die Stärkung der ambulanten Gesundheitsversorgung durch den Auf- und Ausbau einer multiprofessionellen Primärversorgung. Weiters soll ein langfristiges, maßvolles Wachstum der öffentlichen Gesundheitsausgaben entsprechend dem BIP-Wachstum sichergestellt werden.

Wussten Sie, dass Sie unter dem Web-Angebot www.kliniksuche.at Qualitätsinformationen zu den österreichischen Krankenanstalten einsehen können?

Zu den inhaltlichen Aufgabenbereichen der Sektion VIII zählen u. a. die Legistik im Zusammenhang mit Gesundheitsreformen, die Versorgungsplanung (insb. die Erstellung und Weiterentwicklung des Österreichischen Strukturplans Gesundheit), die Unterstützung der Umsetzung einer multiprofessionellen Primärversorgung in Österreich, die Finanzierungssysteme in der Gesundheitsversorgung (leistungs­orientierte Krankenanstaltenfinanzierung), Qualitätsarbeit (u. a. Erarbeitung von Qualitätsstandards und Umsetzung der Patientinnen- und Patientensicherheitsstrategie), die Bereitstellung von allgemeinen Informationen über das Gesundheitssystem im öffentlichen Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at, Angelegenheiten der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten. Weitere Agenden sind die regelmäßige Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten (u. a. KA-Statistik, KA-Kostenrechnung, Diagnosen- und Leistungsdaten), organisatorische und ökonomische Angelegenheiten des Arzneimittelbereichs sowie die Strategie und Koordination im Bereich Health Technology Assessment.

Wussten Sie, dass vom BMASGK unter www.gesundheit.gv.at ein öffentliches Gesundheitsportal mit hilfreichen Informationen zum Gesundheitswesen zur Verfügung gestellt wird?

Ein anderer großer Aufgabenbereich ist die (Weiter-)Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Gesundheitswesen, um diese zum Vorteil der Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen; dazu zählen die Schaffung der notwendigen Rechtsgrundlagen, die insb. auch den Schutz der Privatsphäre gewährleisten, sowie die Entwicklung und Koordination von Projekten. Darüber hinaus obliegen der Sektion u. a. die Einführung und der Betrieb der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) in allen Bereichen des Gesundheitswesens, die Implementierung der bereits in Wien, NÖ und Vorarlberg eingerichteten telefonischen Gesundheitsberatung („Wenn’s weh tut! 1450“) auch in den übrigen Bundesländern; außerdem die Planung und Umsetzung weiterer Aktivitäten zur Digitalisierung des Gesundheitswesens (Telegesund­heitsdienste bzw. telemedizinische Services) mit dem Ziel, den Zugang zum Gesundheitssystem und die Inanspruch­nahme von Gesundheitsdienstleistungen zu erleichtern, den Gesundheitsdienst­leistern die Erfüllung ihrer Aufgaben mit wirksamen Werkzeugen zu ermöglichen sowie die Prozesse im gesundheitsbehördlichen Bereich zu optimieren (z. B. Verfügbarmachung von medizinischer Spitzenexpertise wie Teleradiologie und Telepathologie auch in ländlichen Regionen, Ablösung des Papierimpfpasses durch die elektronische Variante e-Impfpass, Einrichtung eines Meldesystems für übertragbare Krankheiten u. a.).

Wussten Sie, dass seit dem Jahr 2017 in Wien, NÖ und Vorarlberg die telefonische Gesundheitsberatung unter der Telefonnummer 1450 jederzeit für rasche Auskünfte zur Verfügung steht?

Die Sektion VIII arbeitet mit den Einrichtungen der EU (u. a. eHealth Network) intensiv zusammen und koordiniert die EU-Angelegenheiten im Gesundheitsbereich; dazu gehören insb. die Koordination und die Vertretung in Angelegenheiten des COREPER, der Fremdministerräte sowie anderer EU-Gremien. Weiters werden die Koordination der internationalen und regionalen Angelegenheiten des Gesundheits­wesens und der Gesundheitspolitik, der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Gesund­heitsbereich sowie die Vertretung Österreichs bei den leitenden Gremien der WHO und der WHO/Europa einschließlich der Organisation von bi- und multilateralen Begegnungen wahrgenommen.

Wussten Sie, dass seit Dezember 2015 mehr als 14 Millionen Befunde und Entlassungsbriefe in ELGA aufgenommen wurden?

Arzneimittel und Medizinprodukte, Blut, Gewebe und Transplantationswesen

Behandelt werden hier vorwiegend strategische Angelegenheiten folgender Themenfelder:

  • Human- und Veterinärarzneimittel, Apothekenwesen, Arzneimittelinspektion, Medizinmarktüberwachung, Rezeptpflicht, Angelegenheiten der europäischen und der österreichischen Pharmakopöe, Implementierung europäischer Regularien (Clinical Trial Regulation), Zusammenarbeit mit den Koordinationszentren für klinische Studien, Polypharmazie, rationaler Einsatz von Arzneimitteln
  • Medizinprodukte, Krankenhaus- und biomedizinische Technik, Nanotechnologie in der Pharmazie und Medizintechnik, Erstellung von Fachvorschlägen für nationale Medizinprodukte, Regularien, Implementierung europäischer Rechtsakte (EU-Verordnungen für Medizinprodukte und In-Vitro-Diagnostika), Mitarbeit bei der Entwicklung implementierender Rechtsakte für die europäischen Medizinprodukte, Verordnungen, österreichisches Medizinprodukteregister und europäische Datenbank EUDAMED (gemeinsam mit GÖG und AGES MEA), Einführung des Unique Device Identifiers für Medizinprodukte, Vorbereitung des EU-Implantatregisters nach der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung, Competence Mall Initiative (Vernetzung mit den Life-Science-Clustern), Umsetzung europäischer Vorgaben bzgl. Reduktion der Verwendung von Dentalamalgam
  • Blut- und Blutprodukte, Zellen, Gewebe und Organe, Transplantationswesen, Führung der Blutkommission in Zusammenarbeit mit AGES MEA, Vertretung Österreichs auf europäischer und internationaler Ebene (EDQM), Implementierung von EU-Regularien und Guidelines

Zusätzlich zu den oben genannten Agenden ist die Abteilung durch Mitarbeit in der Tierversuchskommission des Bundes sowie in den Belangen des Health Technology Assessments (HTA) und der medizinischen Strahlenhygiene aktiv. Ihr obliegt die Betreuung der interministeriellen Arbeitsgruppe „Elektromagnetische Felder“ und auf dem Themengebiet HTA die Vertretung des Ressorts auf europäischer und nationaler Ebene (HTA-Netzwerk). Darüber hinaus fungiert die Abteilung als Geschäftsstelle der gemäß Arzneimittelgesetz, Medizinproduktegesetz, Rezeptpflichtgesetz und Arzneibuchgesetz eingerichteten Kommissionen und Beiräte sowie der Blutkommission und bildet eine fachliche Schnittstelle zu BASG und GÖG.

Strahlenschutz, Umwelt und Gesundheit

Neben ihrer Funktion als strahlenschutzrechtliche Bewilligungs- und Überprüfungsbehörde für Linearbeschleuniger, strahlentherapeutische Einrichtungen sowie Zyklotrone zur Herstellung von Radiopharmaka umfassen die Aufgaben dieser Abteilung bspw. die Anerkennung von Ausbildungen für Strahlenschutzbeauftragte in der Medizin und anwendende Fachkräfte, die Anerkennung der Gleichwertigkeit von Ausbildungen von Medizinphysikerinnen und Medizinphysikern sowie die Ermächtigung von Ärztinnen und Ärzten für Strahlenschutzuntersuchungen. Lebensmittel- und Trinkwasser werden regelmäßig auf Radioaktivität überprüft. Um auf radiologische und nukleare Notfälle vorbereitet zu sein, findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Umweltressort im Bereich der Notfallplanung statt. Das Gesundheitsressort ist im Notfall insb. für die Lebensmittel- und Trinkwasserüberwachung auf Radioaktivität zuständig.

Im Bereich Umwelt und Gesundheit arbeitet die Abteilung im Sinne des Health-in-all-Policies-Ansatzes mit allen relevanten Stakeholdern auf nationaler und internationaler Ebene zusammen, denen besonders im Rahmen des Gesundheitsziele-Prozesses der Zusammenhang von Umwelt und Gesundheit vermittelt wird.

Impfwesen

Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven medizinischen Maßnahmen für die nationale Bevölkerung wie für die internationale Gemeinschaft. Eindrucksvoll zeigt sich der Rückgang der Anzahl von Infektionskrankheiten dank Impfungen am Beispiel von bakterieller Meningitis durch Haemophilus influenzae Typ B oder Pneumokokken. Zudem lassen sich Krankheiten, die nur von Menschen auf Menschen übertragen werden, bei anhaltend hohen Durchimpfungsraten ausrotten (Beispiel Pocken). Zu den derzeit verfolgten Zielen zählen die Eradikation der Kinderlähmung sowie die Elimination von Masern.

Impfungen und die Vermeidung von impfpräventablen Erkrankungen nehmen im Rahmen der österreichischen Zusammenarbeit in und mit internationalen Organisationen sowie auf EU-Ebene einen hohen Stellenwert ein. Auf das nationale kostenfreie Impfprogramm von Bund, Bundesländern und Sozialversicherungsträgern, das allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr die für die öffentliche Gesundheit und den Gemeinschaftsschutz wichtigen Impfungen ermöglicht und damit die meisten impfpräventablen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter abdeckt, dürfen wir seit mittlerweile 20 Jahren ganz besonders stolz sein.

Um Impfungen unter Berücksichtigung von Nutzen, Risiken und Kosten optimal einzusetzen und österreichweit einheitliche sowie evidenzbasierte Impfempfehlungen auszusprechen, wird der Nationale Impfplan in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten des nationalen Impfgremiums auf Basis der aktuellen epidemiologischen Situation, der wissenschaftlichen Datenlage und der Impfstoffverfügbarkeiten erarbeitet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Forcierung von Impfungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. Eine Erhöhung der Impfbeteiligung in der Bevölkerung wie auch beim Gesundheitspersonal ist nur durch Bewusstseinsschaffung möglich. Die Ausarbeitung und Bereitstellung von ausreichenden, gut verständlichen und verlässlichen Informationsmaterialien sowie der Austausch und Wissenszuwachs im Rahmen diverser Veranstaltungen (z. B. europäische Impfwoche, jährlich stattfindende Impfgespräche) stellen hier einen wichtigen Beitrag dar. Ein Meilenstein wird in diesem Zusammenhang zukünftig die Einführung des elektronischen Impfpasses sein.

Diese Webseite verwendet Cookies uns Services dritter, um das Nutzererlebnis auf die Seite zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung dieser Seite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu. Ok