Sektion52018-12-20T11:55:29+00:00
SEKTION
V

Europäische, internationale und sozialpolitische Grundsatzfragen

Die Sektion V des BMASGK ist wie eine innovative sozialpolitische Gemischtwarenhandlung der öffentlichen Verwaltung, die sich mit grundsätzlichen Fragen der Sozialpolitik auseinandersetzt und intensive Arbeitsbeziehungen zu Expertinnen und Experten des Hauses pflegt. Ein Schwerpunkt in der Gruppe A liegt im Bereich der Seniorinnen und Senioren und der Freiwilligenpolitik, wo in den letzten Jahren zahlreiche innovative Gesetze und Initiativen umgesetzt wurden; der andere große Schwerpunkt betrifft die Vertretung der Anliegen des Sozialministeriums in der EU und in internationalen Gremien sowie die Unterstützung der Bundesministerin in diesen Angelegenheiten. Die Gruppe B der Sektion V bearbeitet sozialpolitische Grundsatzfragen wie die Finanzierung des Sozialstaates, die bedarfsorientierte Mindestsicherung, soziale Verantwortung von Unternehmen, Chancengleichheit und Menschenrechte. Die Besuchsbegleitung dient dem Wohl von Kindern aus sozial schwachen Familien in schwierigen Situationen, die männerpolitische Grundlagenarbeit verfolgt unter anderem die Weiterentwicklung männlichen Selbst- und Rollenverständnisses. Mit der Gründung der Männerpolitischen Grundsatzabteilung im Jahre 2001 wurde die Männerpolitik als neues Politikfeld im Sinne einer ganzheitlichen Geschlechterpolitik eröffnet. Dadurch hat Österreich Pionierarbeit in diesem Themenbereich geleistet und über die Landesgrenzen hinaus gewirkt.

Das Schulstartpaket mit hochwertigen Schulsachen (Schultaschen, Rucksäcke, Schulmaterialien) ist für von Armut betroffene Schülerinnen und Schülern nicht nur eine Starthilfe, sondern hat auch weiterreichende Auswirkungen, indem es Stigmatisierung vorbeugt und damit zum sozialen und schulischen Erfolg beiträgt. Die 11 unterschiedlichen Schulstartpakete werden aus Mitteln des BMASGK und der EU finanziert.

Wussten Sie, dass jährlich bis zu 45.000 Kinder in Österreich vom „Schulstartpaket“ profitieren?

Die Freiwilligenpolitik bringt jungen Menschen mit dem freiwilligen Sozialjahr und dem Gedenkdienst, Friedens- und Sozialdienst im Ausland neue Erfahrungen und gibt ihnen Einblick in den Sozialbereich. Darüber hinaus werden Freiwilligenzentren und Freiwilligenmessen in den Bundesländern sowie das Freiwilligenweb (www.freiwilligenweb.at) betrieben.

Der Boys’ Day (www.boysday.at) bietet männlichen Jugendlichen die Möglichkeit, in für Männer als untypisch geltende Berufe hineinzuschnuppern und Berufsfelder mit dem Schwerpunkt Pflege und Erziehung kennenzulernen, und trägt so zur Erweiterung des Berufswahlspektrums von männlichen Jugendlichen bei. Die Hauptveranstaltung – der Boys Day – findet jedes Jahr im November in Wien statt; zusätzlich werden ganzjährig überall in Österreich Workshops organisiert. In diesen Boys´ Day Workshops können sich die jungen Teilnehmer mit ihren Berufs- und Zukunftsvorstellungen sowie Männlichkeitsbildern und Vorbildern auseinandersetzen.

Mit der Besuchsbegleitung ermöglicht das Sozialministerium in ganz Österreich persönliche Kontakte in schwierigen Trennungssituationen der Eltern und fördert damit die Aufrechterhaltung bzw. die Neu- oder Wiederanbahnung des Kontakts zwischen einkommensschwachen besuchsberechtigten Elternteilen und ihren nicht im selben Haushalt lebenden Kindern.

Nestor Gold ist ein begehrtes Gütesiegel, das in mehreren Stufen erworben werden kann und mit dem österreichische Unternehmen und Organisationen für altersgerechte Arbeitsgestaltung und betriebliches Generationenmanagement ausgezeichnet werden.

Das nationale Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime dient der objektiven Bewertung solcher Heime in Österreich mit dem Ziel, Qualität sichtbar zu machen, Anreize zur Weiterentwicklung zu schaffen sowie die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner laufend weiterzuentwickeln.

Die Sektion V ist nicht nur darum bemüht, das Leben der Menschen in Österreich zu verbessern, sondern sie ist auch ein Hort der Innovation. Im Rahmen des ersten österreichischen Social Impact Bond finanzieren gemeinnützige Stiftungen ein soziales Projekt, bei dem die Investoren ihre eingesetzten Mittel vom Sozialministerium nur dann zurückerhalten, wenn vorab definierte, ehrgeizige Ziele erreicht werden. Im Projekt Perspektive:Arbeit in OÖ werden gewaltbetroffene Frauen in eine existenzsichernde Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt gebracht; von diesem Projekt haben bislang mehr als 300 Frauen und ihre Kinder profitiert.

Wussten Sie, dass das Projekt Perspektive:Arbeit in Oberösterreich weltweit der einzige Social Impact Bond ist, der gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder unterstützt?

Der gemeinsam mit der Arbeitsmarktsektion durchgeführte Social Business Call „Soziale Innovationen zur Arbeitsmarktintegration“ fördert insgesamt 11 soziale Unternehmen, die durch innovative Dienstleistungen und Produkte Langzeitarbeitslose und andere Menschen mit großen Problemen am Arbeitsmarkt in Beschäftigung bringen. Bisher wurden damit bereits fast 200 Beschäftigungsverhältnisse geschaffen oder vermittelt. Und das von der Sektion V mitentwickelte innovative Projekt „Back to the Future – Beschäftigung“ bringt sehr erfolgreich jugendliche Mindestsicherungsbezieherinnen und -bezieher in Beschäftigung.

EU und Internationales

Die Sektion V koordiniert EU-Grundsatzfragen und -Angelegenheiten im Sozial- sowie im Konsumentinnen- und Konsumentenschutzbereich, z.B. betreffend die Gestaltung und Vorbereitung der Beschlussfassung von Rechtsakten und Schlussfolgerungen, die Vorbereitung von Ministerräten in Brüssel oder Luxemburg sowie generell die Vertretung der Interessen Österreichs vor Ort in Brüssel. Im Jahr 2018 liegt das Hauptaugenmerk auf der Gestaltung des österreichischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union. Österreich hat das Zukunftsthema Digitalisierung und die Entstehung neuer Arbeitsformen in den Mittelpunkt gerückt. Die fortschreitende Digitalisierung hilft, dass Menschen weniger gefährliche, körperlich schwere oder monotone Arbeit verrichten müssen. Sie wird die Arbeitsmärkte in Europa verändern. Es geht darum alle Möglichkeiten der sich anbietenden Innovationen zu nutzen. Auch nach dem Ende des EU-Ratsvorsitzes wird die Sektion V die EU-Politik engagiert begleiten.

Über die EU-Grenzen hinaus werden neben Besuchen von Ministerinnen und Ministern aus der ganzen Welt auch Studienbesuche hochrangiger Expertinnen und Experten vorbereitet und durchgeführt. Die Sozialattachés in Serbien, Bosnien-Herzegowina, Moldau und Mazedonien tragen mittels Know-how-Transfers und Förderprojekten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Europa und zur Heranführung dieser Regionen an die Europäische Union bei. Ressortvereinbarungen und gemeinsame Arbeitsgruppen mit ausgewählten Staaten wie China, der Russischen Föderation oder der Ukraine unterstützen die bilaterale Kooperation. Die aktive Beteiligung in internationalen Gremien bei den Vereinten Nationen, dem Europarat oder der OECD fördert die soziale Dimension im globalen Kontext. Im Rahmen der Verhandlungen über die Freihandelsabkommen der EU mit Drittstaaten werden laufend die Stärkung der Nachhaltigkeit, menschenwürdige Arbeit und Soziales eingefordert. Weitere zentrale Anliegen sind die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie die internationalen Menschenrechtsverpflichtungen für die Bereiche Beschäftigung, Soziales und Konsumentenschutz.

Grundlagenarbeit

In der Grundlagenarbeit werden vom Gesamtüberblick über die Leistungen und die Finanzierung des Sozialstaates bis hin zu männerpolitischen Grundsatzfragen, unternehmerischer Sozialverantwortung, Seniorinnen- und Seniorenpolitik, Forschung, Freiwilligenarbeit oder Mindestsicherung zahlreiche wesentliche Themenbereiche abgedeckt.

Die Mindestsicherung ist eine Sozialleistung, die all jene unterstützen soll, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten können. Sie ist zwar Angelegenheit der Bundesländer, aber das Ministerium hat bereits an ihrer Einführung maßgeblich mitgearbeitet und die Sektion V fungiert als Koordinationsstelle. Mehr als 300.000 Menschen in Österreich sind zumindest zeitweise und teilweise auf Mindestsicherung angewiesen, weil ihnen keine ausreichende finanzielle Absicherung durch andere Einkünfte (aus Arbeit, Leistungen der Sozialversicherung, Unterhalt etc.) oder Vermögen möglich ist. Aktuell wird ein Grundsatzgesetz Mindestsicherung Neu erarbeitet, das für eine bundesweit einheitliche Regelung sorgen soll.

Wussten Sie, dass das Freiwilligen-Portal www.freiwilligenweb.at die erste Adresse in Österreich für Menschen ist, die (noch) nicht wissen, wie oder wo sie sich freiwillig engagieren sollen?

Das Freiwilligenengagement hat in unserem Land eine lange Tradition sowie eine starke Verankerung in der österreichischen Bevölkerung und trägt als wichtige Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts wesentlich zu einer höheren Lebensqualität bei. Das BMASGK fördert dieses zivilgesellschaftlich wichtige Engagement und bemüht sich um attraktive sowie qualitätsvolle Rahmenbedingungen. Die Sektion V erstellt einen Freiwilligenbericht und organisiert den Freiwilligenrat als Beratungsgremium für die Weiterentwicklung freiwilligenpolitischer Maßnahmen und der Interessenvertretung der Freiwilligen. Der hier verwaltete Anerkennungsfonds schüttet Mittel für die Entwicklung oder Durchführung von innovativen Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung des Freiwilligenengagements in Österreich aus.

Wussten Sie, dass in Österreich 46 % der Bevölkerung über 15 Jahren – also rund 3,5 Mio. Menschen – freiwillig oder ehrenamtlich aktiv sind?

Alter ist eine eigenständige Lebensphase nach der Pensionierung, die es zu gestalten gilt – sinnerfüllt, mit entsprechender Anerkennung und in Würde, bei gleichzeitiger Forcierung und Sicherung der Teilhabemöglichkeiten älterer Menschen am sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Leben. Die österreichische Seniorenpolitik verfolgt das Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen zu sichern bzw. weiter zu verbessern. Themenschwerpunkte des aktuellen Seniorenplans sind u.a. Lernen und Bildung im Alter, denn lebenslanges Lernen bedeutet nicht nur, ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können sowie neuen An- und Herausforderungen gewachsen zu sein, sondern wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Unterstützt wird zudem der Zugang älterer Menschen zu digitalen Medien als Bedingung für die soziale Teilhabe. Wichtig ist ebenfalls die Prävention von Gewalt an älteren Menschen, die vielfach unbemerkt bleibt, die Lebensqualität älterer Menschen aber massiv beeinträchtigt. Die Sektion V erstellt Folder zur Bewusstseinsbildung, unterstützt die Weiterbildung von involvierten Berufsgruppen und fördert ein Beratungstelefon sowie den Aufbau von Beratungskompetenz.

Wussten Sie, dass Menschen mit einer positiven Einstellung zum Altern um fast 8 Jahre länger leben und dass soziale Teilhabe maßgeblich zum aktiven und gesunden Altern beiträgt?

In den letzten Jahrzehnten ist die Gleichstellung der Geschlechter in den Fokus verschiedenster Politikbereiche gerückt. Die Sektion V koordiniert die Aktivitäten zu Gender Mainstreaming im Ressort und vertritt Österreich auf EU-Ebene. Zusätzlich zur Frauenpolitik wurden auch die Männerpolitik und damit die Anliegen der Männer und ihr Beitrag als wichtig für die Verwirklichung einer geschlechtergerechten Gesellschaft erkannt. Beim männerpolitischen Beitrag geht es darum, ein positives Männerbild zu unterstützen sowie selbstbewusste, partnerschaftlich orientierte und gewaltfreie Männlichkeit zu fördern. Konkrete Projekte sind bspw. der regelmäßig erscheinende Männerbericht an den Nationalrat, Projekte zur Unterstützung der Integration von Migranten, die Auseinandersetzung mit Männergesundheit, die Zusammenarbeit mit den in der Männerarbeit (Beratung, Bildung und Begegnung) Tätigen, Kooperationen mit der Frauenpolitik und natürlich die Organisation des Boys’ Day. Bereits im Jahre 2004 wurde der 1. Österreichische Männergesundheitsbericht publiziert. Ein zunehmend bedeutender männerpolitischer Schwerpunkt ist die Bewusstseins- und Sensibilisierungsarbeit im Bereich der Integration von männlichen Jugendlichen und Männern mit Migrationshintergrund. In den letzten beiden Jahren wurde zudem ein von der EU gefördertes Projekt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer erfolgreich umgesetzt.

Seit mehr als 50 Jahren erscheint der Sozialbericht. Diese in der Sektion V erstellte Flaggschiff-Publikation bietet einen Überblick über die Arbeit des Sozialministeriums, Gesetzesänderungen und neue Initiativen und beleuchtet in Studien kritisch die soziale Lage in Österreich. In Kooperation mit der Statistik Austria werden regelmäßig Zahlen und Daten zu sozialen Themen veröffentlicht. Die Publikation SOZIALSTAAT ÖSTERREICH stellt die Leistungen, Ausgaben und Finanzierung des Sozialstaates Österreich vor und bietet den Bürgerinnen und Bürgern Information und Kontakte zu ggf. benötigten Servicestellen.

Der Wissenschaftspreis des Sozialministeriums anerkennt die Leistungen junger Forscherinnen und Forscher.

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